Maximum Respect
Ob als musikalische Untermalung für Rap, als virtuose Solodarbietung oder im Team, Beatboxing ist inzwischen nicht mehr aus dem Hip Hop wegzudenken.
von Yunus Özsoy
Beatboxing - haben Sie davon schon gehört? Ja? Irgendwas mit dem Mund ist das, Geräusche mit dem Mund. Wenn das alles ist, was Sie wissen, ab ins Kino zu "Love, Peace & Beatbox", denn es handelt sich um ein weltweites Phänomen, auch bekannt als das fünfte Element des HipHop. Ob als musikalische Untermalung für Rap, als virtuose Solodarbietung oder im Team, Beatboxing ist inzwischen nicht mehr wegzudenken. Das haben wir zum Beispiel Bee Low und Maxim zu verdanken, zwei Urvätern des Berliner HipHop, die sich für einen gewaltfreien Umgang unter Berliner Jugendlichen einsetzen. Tragischerweise wurde Maxim im Sommer 2003 an seinem 33. Geburtstag ermordet und so liegt es seitdem an Bee Low Jams, Battles und Meisterschaften zu organisieren und den Jugendlichen somit eine Alternative zur Gewalt zu bieten. Ihm und auch Maxim gebühren "maximum Respect" für das was sie für die Berliner HipHop- und vor allem die weltweite Beatboxszene erreicht haben. Er scheut weder Kosten noch Mühen um seine Message einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen, ohne dabei "sell out" zu machen, das heißt ohne die Szene für kommerzielle Zwecke auszunutzen.
Regisseur Volker Meyer-Dabisch gelingt es, die Hauptprotagonisten der Berliner Beatboxszene so zum Erzählen zu bringen, dass ein unwissendes Publikum die Geschichte von Maxim bis zur 4XSample-Crew gespannt mitverfolgt und am Ende Kenner der Berliner Beatboxszene ist. Nach einer kleinen Show der 4XSample-Crew, Bee Low und Weiteren verlässt das Publikum den Saal motiviert, selbst beatboxen zu lernen.
In einem Gespräch mit Bee Low am Abend der Premiere habe ich ihn auf einen Trailer zu "Love, Peace & Beatbox" angesprochen, der schon seit einigen Wochen auf der Webseite von Aggro Berlin zu sehen ist. Weil Aggro Berlin wohl kaum für das friedliche Miteinander im HipHop steht, das Bee Low immer wieder predigt, ist das ziemlich widersprüchlich. Bee Low hat aber gerade dieser Widerspruch gereizt. Er meinte, es sei doch "Optik wenn die Werbung für uns machen, aber nicht umgekehrt", quasi wie ein trojanisches Pferd. DJ Mesia hat es so erklärt: "Wenn du jetzt mein Feind bist und du machst nen Film und obwohl ick dein Feind bin, mach ick Werbung dafür, da haste schon jewonnen." Laut Bee Low kam der Kontakt zu Aggro Berlin zustande, weil Specter und Spaiche, die Macher von Aggro Berlin, ebenfalls mit Maxim befreundet waren.





